Folge:
Mamaleben

Aufruf zur Blogparade

blogparade

Heute war wieder so ein Tag. So einer, bei dem man schon morgens ganz genau weiß, das man wieder alles nicht schaffen wird. Dass man eigentlich nur verlieren kann. Gegen die Zeit, gegen sich, gegen einfach alles. Gerade als ich die Kinder und den Mann mit der üblichen Abschiedszeremonie („Tschühüs!!“ Kuss Kuss Kuss „Adios!“ wink wink „Au revoir!“ Bye bye!“) in den Kinderladen bzw. zur Arbeit verabschiedet hatte und ich mich eigentlich selbst schnell zu meinem Auftraggeber aufmachen wollte, fiel mein Blick auf den Riesen-Wäscheberg im Bad. Großer Fehler! Ich schaute auf die Uhr, ich dachte an den Besuch, der sich für heute Nachmittag angekündigt hatte, ich sagte mir: „Egal, das mach ich jetzt schnell noch“ und wuchtete kiloweise Kleidung in die Maschine. Wo ich dann schon mal in der Küche war, räumte ich noch schnell  das Frühstückschaos auf, wischte den Tisch, sammelte die Müslikrümel vom Boden und schrubbte die Arbeitsflächen. Viel später als geplant düste ich dann endlich los, wobei ich natürlich voll in den Berufsverkehr geriet, was mich auch noch einmal wertvolle Minuten kostete.

Bei der Arbeit angekommen, klotzte ich fünf Stunden ohne Pause durch. Mittagessen fiel selbstverständlich aus, stattdessen kaute ich ein trockenes Brötchen vorm Rechner. Von wegen Clean Eating und so weiter. Die Zeit saß mir im Nacken und klopfte mir permanent auf die Schulter, denn spätestens um drei musste ich wieder los, zurück über die Autobahn brettern und meine Kinder abholen. Muss ich noch erwähnen, dass ich von meiner heutigen beruflichen To Do-Liste nur etwas mehr als die Hälfte geschafft habe? Die Kollegen kennen das schon von mir, wenn ich irgendwann hektisch alles in meine Tasche stopfe, den Rechner runterfahre und aus dem Büro stürze.

Puh, ein typischer working mum – Tag eben, wie ihn so viele Frauen kennen. Aber damit, die Kinder pünktlich aus der Kita abzuholen, ist es natürlich nicht getan. Am Nachmittag beginnt dann das weitere Programm. Bei schönem Wetter ist das ja noch recht einfach mit Spielplatz, im Garten planschen oder an den See fahren. Doch bei Regen und Kälte? Da muss Frau sich was einfallen lassen, um die lieben Kleinen bei Laune zu halten. Wenn man nicht verabredet ist, kann so ein Nachmittag schon echt zäh werden. Ich nehme mir dann immer vor, etwas schönes mit meinen Kindern zu basteln und habe dafür auch schon diverse Bastelbücher in meinem Regal stehen, in denen die tollsten DIY-Ideen zu finden sind. Tja, dieses Jahr haben wir immerhin schon eine Kastanienspinne fertig gestellt und bunte Blätter gepresst. Als mein Sohn dann neulich eine Kastanien-Rakete von mir haben wollte, musste ich leider passen.

Ich würde gerne öfter und vor allem spektakulärere Bastelarbeiten mit meinen Kindern fabrizieren, aber irgendwie klappt das im Alltag leider nicht.

Das fällt genauso in die Kategorie #ichwürdegerne wie mir endlich mal ein paar Kinder-Schmink-Techniken anzueignen, damit ich meinen Sohn wie gewünscht in ein Mammut oder ein Chamäleon verwandeln kann und nicht immer nur in einen Tiger (was ich gerade noch so hinbekomme).

fingerfarben malen

Unter #ichwürdegerne ruft derzeit ein Familienmagazin dazu auf, fünf Dinge aufzuschreiben, die wir als Eltern gerne besser machen würden.

Wenn ich so überlege, was ich in meiner Eigenschaft als Mutter gerne öfter tun oder ändern würde, fallen mir locker zehn Sachen ein. Zum Beispiel nicht mehr so oft auf mein Handy starren, wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin; gelassener sein, nicht mehr so schnell gestresst; öfter neue leckere Rezepte ausprobieren, die meinen Kindern auch schmecken; ausgelassen mit ihnen herumalbern, ohne auf die Uhr zu schauen oder im Kopf schon mal das Abendessen durchzuplanen; das Kinderzimmer noch mehr Montessori-gemäß ordnen, damit mein Sohn seine Playmobil-Sachen und meine Tochter ihre Verkleidungen auch findet und und und.

Die Liste unserer Unzulänglichkeiten füllt sich schneller als ein Windeleimer und wir selbst sind meist unsere härtesten Kritiker.

Aber wie steht es eigentlich mit den Dingen, die wir als Eltern gut können? Da komme ich persönlich schon viel mehr ins Grübeln. Dabei würde es mir und wahrscheinlich allen Eltern gut tun, uns viel öfter bewusst zu machen, was wir alles können. Anstatt uns mit dem zu belasten, was alles nicht so optimal läuft.

Deshalb rufe ich hier und heute zur Blogparade #daskannichgut auf: Schreibt auf, was ihr als Mütter oder Väter richtig gut könnt und verlinkt euren Beitrag in den Kommentaren. Verlinkt diese Seite in Eurem Beitrag und weist auf die Blogparade hin. Ich füge alle teilnehmenden Blogs in eine Liste ein und verlinke sie hier.Falls ihr keinen Blog habt, schreibt es einfach so in die Kommentare oder schickt eine email an kontakt(at)sinama-blog.de. Ich bin gespannt.

Nach langem Überlegen habe ich immerhin drei Sachen gefunden, die ich als Mutter gut kann. Die Einschätzung ist natürlich völlig subjektiv. Meine Kinder und mein Mann sehen das vielleicht ganz anders. Also, ich kann gut…

1.) … Geschichten erzählen

Es fing vor etwa anderthalb Jahren an. Da bat mich mein Sohn eines Abends, ihm eine selbstausgedachte Geschichte zu erzählen, statt ein Buch vorzulesen, wie wir das sonst immer gemacht haben vor dem Einschlafen. Im ersten Moment war ich etwas überfordert und diese erste Geschichte war vermutlich sehr unlogisch, unkreativ und holprig. Ich weiß gar nicht mehr, um was es ging. Wahrscheinlich um einen Dino, er hatte damals diese Phase. Aber anscheinend hat sie ihm gefallen, denn am nächsten Tag bat er mich wieder um eine Geschichte und am übernächsten auch…Mit der Zeit fiel es mir immer leichter, mir Handlungen auszudenken und spannende Charaktere, die irgendein Abenteuer bestehen. Inzwischen braucht  er mir nur ein oder zwei Stichworte zu liefern („Unterwasserwelt“, „Kehrmaschine“, „Polizeihund“) und ich sprudel los. Mir macht das selbst nämlich richtig viel Spaß. Meistens jedenfalls. Außer ich bin nach einem langen Tag total geplättet.

2.) …trösten

Ich vermute mal, da geht es mir wie allen Müttern: Ich bin der Mensch, der meine Kinder am besten trösten kann. Ob ein aufgeschlagenes Knie, ein doofer Spielplatz-Streit oder das große „Ich bin so verdammt müde“-Drama am Abend. Wenn ich meine Kinder in den Arm nehme, beruhigen sie sich so schnell wie bei niemandem sonst. Klar, mein Mann kann sie auch sehr gut und liebevoll trösten. Aber in bestimmten Situationen muss es bei uns einfach die Mama sein.

3.) …ihre Phantasie unterstützen

Als Kind habe ich es geliebt, mich stundenlang in Phantasiewelten zu träumen oder mich zum Beispiel in Büchern von Wolfgang und Heike Hohlbein oder der „Unendlichen Geschichte“ zu verlieren. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie so lange wie möglich in ihrer magischen Welt leben und an Feen, Zwerge, Trolle und natürlich den Weihnachtsmann glauben. Die harte Realität dringt schon früh genug in ihr Leben ein, da sollen sie so lange es eben geht in ihrer Kinder-Seifenblase leben. Wenn wir zum Beispiel im Wald spazieren gehen und an einem moosbedeckten Baumstamm mit kleinem Loch vorbeikommen, bleibe ich stehen und sage: „Guckt mal, eine Zwergen-Höhle!“ An den Birkenstamm in unserem Garten habe ich vor ein paar Wochen eine kleine Feentür angebracht und den beiden dann erzählt, dass eine kleine Gartenfee jetzt bei uns eingezogen ist und dass sie aber sehr schüchtern ist und nur nachts herauskommt, wenn alle schon schlafen. Meine Kinder haben erst große Augen gemacht und dann angefangen, den „Garten“ vor der Feentür mit bunten Blättern, Blüten und gesammelten Steinchen zu schmücken, damit sich „Birke-rienchen“ (so haben sie sie getauft) bei uns auch wohlfühlt.

feengarten

 

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4 Comments

  • Reply Halloliebewolke

    Die Feentür ist ganz großartig! ?

    Liebe Grüße
    Susanne

    24. Oktober 2016 at 20:55
    • Reply sina

      Danke schön! 🙂

      24. Oktober 2016 at 22:41
  • Reply Maike

    Das ist ein ganz wunderbarer Artikel und Du bist eine ganz tolle Mama!!!
    Liebe Grüße
    Maike
    PS ich will auch so ne Elfentür in unserem Garten haben…

    3. Januar 2017 at 14:26
    • Reply sina

      Vielen lieben Dank du Süße!! Das Kompliment kann ich nur zurück geben!!! 🙂

      6. Januar 2017 at 13:31

    Schreibe einen Kommentar