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Wohnen

Das große Ausmisten

Ausmisten Ordnung halten Tipps

Ich wünsche Euch ein frohes & gesundes neues Jahr! Ein bisschen spät zwar, aber von Herzen. Wie sieht es aus mit Euren Vorsätzen? Habt ihr welche? Wenn ja, welche und habt ihr sie schon in die Tat umgesetzt oder lieber still und leise wieder verworfen? Lasst es mich wissen, ich bin neugierig. Mein Mann und ich haben dieses Jahr einen gemeinsamen großen Vorsatz: Unsere Wohnung  entrümpeln und unseren Haushalt besser organisieren. Es ist wirklich kaum zu fassen, wieviel Krempel sich in den letzten Jahren bei uns angesammelt hat. Damit er nicht überall in der Wohnung herumfliegt, haben wir ihn meist in große Körbe und andere Stauraumhelfer gepackt. Das sah dann auf den ersten Blick halbwegs ordentlich aus, aber mit systematischer Ordnung hatte das nichts zu tun. Zumal wir irgendwann überhaupt keinen Überblick mehr hatten, in welchem Korb oder Schublade jetzt eigentlich was genau drin ist. Ständig war einer von uns auf der Suche nach irgendetwas. Dinge waren an den unlogischsten Plätzen verstaut, wo man sie nie vermutete. Besonders, wenn wir es eilig hatten (also fast immer), war das ein unnötiger Stressfaktor. „Schluss damit!“, sagten wir uns schließlich. Jetzt gehen wir es an. Das große Ausmisten beginnt. Da es ein ziemlich großes Projekt mit vielen Baustellen ist und es ja auch Spaß machen und nicht zum Zwang ausarten soll, kommen wir nur stückchenweise bzw. Zimmerweise vorwärts. Langsam, aber stetig, arbeiten wir uns voran.

Wenn man einmal angefangen hat, fallen einem die ganzen Ecken auf, die ebenfalls dringend aufgeräumt werden müssen

Unsere wichtigste Ordnungshelferin ist die Markiermaschine. Ich weiß nicht, ob das wirklich der korrekte Name ist, aber so nenne ich dieses Gerät, mit dem man selbstklebende Etiketten schreiben und ausdrucken kann. Fantastisch! Ich bin schon fast süchtig danach, Dinge zu sinnvollen Gruppen zu sortieren, diese in einen Korb zu tun und ihn dann mit einer dieser Etiketten zu bekleben. Hätte nie gedacht, dass mir Aufräumen und Ordnen so viel Spaß macht. Im Wohnzimmer und Kinderzimmer bin ich schon durch. Zum Thema „Ordnung im Kinderzimmer“ gibt es hier demnächst noch einen eigenen Post.

Ausmisten_Ordnung halten_Markiergeraet

Vor dem richtigen Einsortieren und Ordnen kommt aber noch das eigentliche Ausmisten. Denn klar, je weniger Krempel man hat, umso weniger kann in der Wohnung herumfliegen, umso ordentlicher sieht sie aus. Logisch, oder? Also jede Schublade und jeden Korb durchsehen und sich überlegen: „Was davon brauche ich wirklich noch?“. In unserem Fall war die klare Antwort: „Erstaunlich wenig!“. Säckeweise haben wir den Krempel aus unserer Wohnung getragen. Danach fühlten wir uns im besten Sinne erleichtert. Denn es ist irgendwie ja auch bedrückend, jahrelang Zeug mitzuschleppen, das man überhaupt nicht mehr braucht. Unser häufigster Gedanke beim Ausmisten:  „Wieso zur Hölle haben wir DAS aufgehoben??!!!“ Unsere wichtigste Faustregel: Was wir ein Jahr lang nicht mehr in der Hand gehabt haben, fliegt raus. Entweder direkt in den Müll (wenn es wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist), oder in eine große „Zu verschenken“-Kiste, die erstmal im Keller zwischengelagert wird und, sobald es die Temperaturen zulassen, vor die Haustür gestellt oder über ebay Kleinanzeigen an den Mann oder die Frau gebracht wird.

Wohin mit dem Krempel?

Vor ein paar Monaten hatte ich bereits angefangen, mich von einem ganzen Billyregal voller Bücher zu trennen. Mal ehrlich, wer liest Bücher mehr als einmal? Ich für meinen Teil kann sagen, dass es höchstens zwei oder drei Bücher gibt, die ich mehrmals gelesen habe. Der große Rest verstaubt im Bücherregal und  nimmt unnötig Platz weg. Da wir für unser neues Teak-Sideboard dringend Platz im Wohnzimmer brauchten, war klar, dass ein Regal samt Inhalt weg musste. Intakte, gut erhaltene Bücher wegzuschmeißen, geht natürlich gar nicht, das bringe ich nicht über mich. Wir brachten unsere Bücherkisten zum Büchertisch in Kreuzberg. Dort werden sie an Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Nachbarschaftshäuser und ähnliche soziale Einrichtungen verteilt oder gegen ein geringes Entgelt in ihrem Buchladen verkauft. Sie nehmen übrigens auch CDs und DVDs an.

Nächste Baustelle: Kleiderschrank

Als nächstes mache ich mich an meinen Kleiderschrank und den der Kinder. Ich fürchte, da liegt auch  so einiges drin, was dort längst nichts mehr verloren hat. Wer Kinderkleidung nicht auf dem Flohmarkt oder bei ebay verkaufen möchte, kann es auch mit „kirondo“ probieren. Das ist eine Online-Plattform, die gebrauchte, gut erhaltene Markenkleidung aufkauft und günstig weiterverkauft. Ich habe es letztens mal ausprobiert und es ist wirklich sehr einfach und praktisch. Man bestellt kostenlos online eine große Tüte, befüllt diese mit den Kleidungsstücken oder Schuhen und schickt sie per Retourenschein kostenlos an kirondo. Nach 2-3 Wochen schicken sie einem per Mail ein Angebot, was sie für die KLeidung bezahlen würden. Entweder man ist damit einverstanden, dann überweist kirondo das Geld aufs Konto. Lehnt man ab,  kriegt man die Sachen zurück geschickt. Ich war mit meinem Angebot zufrieden. Mehr hätte ich auf dem Flohmarkt auch nicht dafür bekommen. So ersparte ich mir aber ein paar Stunden in der Kälte stehen, den Auf- und Abbau etc etc.  Natürlich kann man gut erhaltene Kleidung auch spenden, zum Beispiel an die Flüchtlingshilfe. Dazu sollte man aber vorher die aktuellen Bedarfslisten checken (zu den Bedarfslisten in Berlin geht es hier).

Die große Herausforderung: Die neue Ordnung zu halten

Bis jetzt machen mein Mann und ich uns ganz gut darin, was das Thema „Ordnung halten“ angeht. Obwohl ich mich schon ein, zweimal dabei ertappt habe, wie ich irgendetwas, das wieder herrenlos in der Wohnung herumschwirrte, einfach in die nächstgelegene Kiste pfeffern wollte, nur damit es aus meinem Blickfeld ist. Doch in letzter Sekunde habe ich mich zurückgehalten und den Gegenstand an den dafür vorgesehenen Platz geräumt. Dabei hilft mir auch eine Idee, die ich in diesem schlauen Buch gefunden habe: Wenn mal gerade keine Zeit ist, um aufzuräumen (im Alltag mit zwei kleinen Kindern also fast ständig), die herrenlosen Dinge einfach zentral in einer Schale oder auf einem Teller sammeln und abends, wenn die kleinen Wichtel im Bett sind, an die richtigen Stellen räumen. Okay, ich habe dazu nicht jeden Abend Lust, aber im Großen und Ganzen hilft es schon dabei, dass sich das Chaos nicht über die ganze Wohnung ausbreitet. Wichtig beim Ordnung halten ist wirklich, das habe ich die letzten Wochen gelernt: dranbleiben. Sich nicht unterkriegen lassen. Klingt für viele vielleicht banal oder seltsam und ich gratuliere jedem, der es mühelos schafft, Ordnung zu halten. Mein Mann und ich gehören leider nicht in diese Kategorie, aber man lernt nie aus. Ich habe die Hoffnung, dass uns das Ordnung halten irgendwann in Fleisch und Blut übergeht und wir es ganz automatisch, ohne groß darüber nachzudenken, umsetzen.

Ausmisten_Ordnung halten_Koerbe weiß

Hier noch einmal die 5 wichtigsten Tipps, die mir geholfen haben/immer noch helfen, unsere Wohnung aufgeräumt zu halten:

  • Nie einen Raum mit leeren Händen verlassen, sondern immer etwas mitnehmen, was dort nicht hingehört. Wenn man zum Beispiel vom Wohnzimmer in die Küche wechselt, nimmt man die benutzte Kaffeetasse mit und räumt sie in die Spülmaschine.
  • Lieber abends eine fünfzehn Minuten-Aufräumtour durch die Wohnung machen und alles an seinen Platz räumen, als eine Riesen-Aufräumaktion am Wochenende. Da hat man wirklich besseres zu tun.
  • Sich das ganze Ausmisten/Ordnen-Projekt in kleine, überschaubare Häppchen aufteilen. 30 Minuten-Timer stellen und sich eine Ecke/ein Regal etc. pro Tag vornehmen. Es ist erstaunlich, wieviel man in 30 Minuten schafft.
  • Sich in Selbstdisziplin üben: Alles, was man benutzt hat, danach wieder dahin räumen, wo es hingehört. SOFORT (nicht: „gleich“) 🙂
  • Sich dabei zu sagen: „Die Zeit, die es mich jetzt kostet, den benutzten Gegenstand wieder dorthin zu räumen, wo er hingehört, ist um ein Vielfaches geringer als die Zeit, die es mich nachher kosten wird, nach ihm zu suchen, wenn ich ihn irgendwohin geräumt habe.“

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausmisten und Ordnung halten und nicht verzweifeln, ihr housewives and househusbands! (falls es dieses Wort überhaupt gibt)

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2 Comments

  • Reply Sabi

    Hallo liebe Sina,

    da ich gerade ein bisschen meinen Lebensstil ändern möchte und mir vornehme, mehr und mehr darauf zu achten, zu Hause für Ordnung zu sorgen, suche ich momentan nach hilfreichen Beträgen und Tipps, und bin dabei auf Deinen Artikel hier gestoßen.
    Vielen Dank dafür – Deine Tipps sind wirklich hilfreich. Gerade im Alltag tu ich mir schwer, Dinge an ihren Platz zurückzulegen und konsequent dabei zu sein…
    Ich finde vor allem den Tipp ganz gut, dass man alles, was man ein Jahr lang nicht gebraucht hat einfach weggeben/verkaufen/wegschmeißen sollte.
    Meine letzte Baustelle war meine riesige Sammlung an Büchern. Da hatte sich auch einiges noch gestapelt, das mir meine Mutter aus unserem Elternhaus für meine Kinder mitgegeben hatte… Habe die ganzen Sachen dann verkauft, und das über Ankaufportale im Internet – weiß nicht ob Du von momox, rebuy, etc. schon gehört hast, aber darüber geht das echt recht schnell; bei großen Mengen ist das eine bessere Alternative, als wenn man das Zeug einzeln online stellt. Die Preise der ganzen Ankaufportale kann man über Bonavendi vergleichen (https://www.bonavendi.de/verkaufen/gebraucht.html), so geht man sicher, dass man immer den höchsten Preis dafür gezahlt bekommt. Das ist aber nur ein kleiner Tipp meinerseits 😉
    Das mit dem großen Entrümpeln (1-2 Mal im Jahr) hab ich mittlerweile schon ganz gut im Griff. Wie gesagt, an dem Alltäglichen muss ich mich noch ein bisschen üben. Da haben mir Deine Tipps schon wieder etwas weitergeholfen!
    Viel Erfolg noch mit Deinem Blog und alles Gute auch für’s weitere Ordnung-Halten 😉

    Liebe Grüße,
    Sabi

    14. April 2016 at 12:58
    • Reply sina

      Liebe Sabi,
      vielen Dank! Freut mich, dass Dir meine Tipps etwas weitergeholfen haben!
      Auch Dir viel Erfolg beim Weiter-Ordnung-Halten. 🙂
      Ganz viele liebe Grüße,
      Sina

      14. April 2016 at 13:39

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