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Reisebericht: Teneriffa und Gran Canaria

Playa de la Verga, Gran Canaria

Ihr Lieben, tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir habe hören lassen. Ich war im Urlaub. Auf den Kanarischen Inseln, zum ersten Mal in meinem Leben. Genauer gesagt eine Woche auf Teneriffa und eine Woche auf Gran Canaria. Was meine Familie und ich dort alles so unternommen haben, wie der Flug mit zwei Kleinkindern war und welche Insel mir besser gefallen hat, verrate ich euch jetzt. 

Der Hinflug

Ich muss zugeben, ich war vor dem Flug schon etwas nervös. Fünf Stunden waren wir noch nie mit den Kindern geflogen. Ich malte mir schon Horrorszenarien aus, in denen zwei übermüdete Kleinkinder aus vollem Herzen schrien und genervte Mitreisende uns Blicke wie Giftpfeile zuwarfen. Doch nichts davon ist geschehen. Unser knapp Vierjähriger hörte die meiste Zeit gebannt Hörspiele, die wir vor der Reise auf Papas Handy geladen hatten, oder malte selbstversunken in seinem neuen Malbuch. Die kleine Maus brauchte etwas mehr Beschäftigung von uns, was aber völlig in Ordnung war. Sie war bester Laune, stand gerne im Flugzeuggang und schäkerte mit den anderen Passagieren, probierte ihre neuen Malstifte aus oder klebte in ihrem Stickeralbum herum. Ich hatte vorsichtshalber Tonnen von Knabberzeug, Bilderbücher und anderes Entertainment-Programm mitgenommen, aber soviel brauchten wir davon gar nicht. Das Fliegen war schon spannend genug. Eine Stunde vor der Landung schlummerte die Maus dann friedlich auf meinem Schoß ein. Dank dieser positiven Erfahrung kann ich mir jetzt viel besser vorstellen, mit den Kindern auch mal einen Langstreckenflug zu wagen. Damit liegen Ziele wie Malaysia, Thailand oder Kalifornien auf einmal wieder im Bereich des Möglichen.

Teneriffa

Sonnenuntergang Teneriffa

Die erste Woche verbrachten wir auf einer Finca im Südwesten der Insel, bei Los Gigantes. Unser kleines Ferienhaus lag inmitten einer Bananenplantage und am ersten Tag brachte uns der Fincaverwalter zum Frühstück gleich mal eine große Staude selbstgepflückter Bananen vorbei. Es war dort herrlich ruhig, mit Blick auf die Berge zur einen Seite und das Meer auf der anderen. Bei gutem Wetter konnte man bis nach La Gomera schauen. In dieser Gegend von Teneriffa sind viele Strände noch naturbelassen, also lavaschwarz, was ich wirklich sehr schön finde. Nach einem Strandtag sieht man zwar aus wie ein Schornsteinfeger, aber egal…Füße mit schwarzem Lavasand

 

 

 

 

 

DelfineEin Highlight war unsere Whalewatching-Bootsfahrt. In den Gewässern vor Los Gigantes, zwischen Teneriffa und La Gomera, tummeln sich nämlich besonders viele Wale und Delfine. Das hat natürlich auch die Tourismusindustrie gecheckt und Whalewatching als lukrative Einnahmequelle entdeckt. Um die Tiere besser zu schützen, hat die Inselregierung seit 2008 einige Auflagen erlassen. So müssen alle Betreiber von solchen Bootsausflügen einen offiziellen „Walkurs“ absolvieren, in dem sie Wissenswertes über die Meeressäuger erfahren. Sonden oder Unterwasserlautsprecher dürfen nicht verwendet werden. Ich hatte nicht den Eindruck, dass unser Boot die Delfine störte. Im Gegenteil, sie kamen richtig nahe heran, fast hätte man sie streicheln können, und schwammen die ganze Zeit um das Boot herum. Ein paar sprangen sogar in die Luft, wie um zu zeigen: „Schaut mal her, seht mal, was ich kann!“ Unsere Kinder waren begeistert. Es war für uns alle ein tolles Erlebnis.Delfin

Sehr empfehlen kann ich auch eine Fahrt mit dem Mietwagen in den Teide-Nationalpark. Mit seinem schneebedeckten Gipfel thront „El Teide“ inmitten der Insel und ist von jedem Punkt aus zu sehen. Das allein ist schon ein schöner Anblick: Man liegt in der Sonne am Strand und blickt auf einen schneebedeckten Vulkan. Bei der Fahrt auf den Teide fährt man durch eine unglaublich abwechslungsreiche, wunderschöne Landschaft. „So könnte es auch auf dem Mars aussehen“, dachte ich manchmal angesichts der rot-schwarzen Lavasteinmassen, die an uns vorüberzogen. Oben auf dem Gipfel war es dann deutlich kälter und neblig, deshalb stiegen wir nur kurz aus und fuhren bald wieder zurück an die Küste.Der Vulkan Teide auf Teneriffa

Teneriffa Teide

Gran Canaria

Die Dünen von Maspalomas, Gran canaria

Nach einer Woche hieß es „Adiós Teneriffa, hola Gran Canaria!“ Mit der Fähre fuhren wir in nur etwa anderthalb Stunden von Santa Cruz aus rüber nach Agaete auf Gran Canaria. An Bord gab es einen kleinen Indoorspielplatz, das machte die Überfahrt extrem entspannend für uns. Diesmal hatten wir kein Ferienhaus, sondern ein Bungalow-Hotel ganz im Süden gebucht. Da Osterferien waren und wir uns etwas spät für Gran Canaria entschieden hatten, war die Auswahl an schönen Unterkünften leider ziemlich mau. Den Kindern gefiel es, sie hatten Spaß im beheizten Swimmingpool, aber unser Ding war die Anlage und der Ferienort Maspalomas überhaupt nicht. Eben ein reiner Touristenort und ziemlich überlaufen obendrein. Schön und sehenswert an Maspalomas sind meiner Meinung nach nur die unglaublichen Dünen. Da hat man das Gefühl, man steht in der Sahara. Nur dass am Horizont das Meer zu sehen ist.Gran Canaria nördlich von Maspalomas

Nach drei Tagen bekamen wir die Krise und flüchteten mit dem Mietwagen ins Inselinnere. Schon nach wenigen  Kilometern tat sich vor uns eine ganz andere Seite der Insel auf. Wir merkten: Wer Gran Canaria nur nach ihren Ferienorten im Süden bewertet, tut ihr sehr unrecht. Denn das Inselinnere (wir fuhren von Maspalomas einfach Richtung Norden nach San Bartolomé) ist wirklich wunderschön: Schroffe, steile Felswände, kurvenreiche Serpentinen (zum Glück wurde niemandem von uns schlecht), sehr hübsche, verträumte Dörfer und Täler. Auf der Eselranch „Burro Las Tirajanas“  (nahe dem Örtchen Taidía) machten wir Rast. Die Kinder konnten Esel streicheln, Hühner und Strauße bewundern und nach Herzenslust herumtoben. Nach einem einfachen, aber leckeren und vor allem sehr authentischen kanarischen Mittagessen fuhren wir wieder zurück an die Küste, an die Playa de la Verga in der Nähe von Arguineguín.  Ein Immobilientycoon ließ hier karibischen, weißen Sand anliefern, um seine Hotelgäste zu beeindrucken. Da in Spanien per Gesetz alle Strände frei zugänglich sind, kann auch dieser von jedermann genutzt werden. Die geschützte, sanft geschwungene, von Palmen gesäumte  Bucht ist tatsächlich sehr hübsch – nur leider sah man den weißen Sand vor lauter Handtüchern fast gar nicht. Dicht an dicht lagen hier Touristen und Spanier aneinander. Wir verbrachten trotzdem den Nachmittag dort, denn für die Kinder war das wellenlose, türkisklare Wasser und der feine Sand perfekt und sie hatten jede Menge Spaß beim Buddeln ud Wasser-mit-dem-Eimer-holen.Playa de la Verga, Gran Canaria

Fazit: Wenn ich nochmal nach Gran Canaria fahren würde, würde ich auf jeden Fall eine Unterkunft entweder im Inselinneren oder im Norden buchen. In den Süden würde es mich nicht mehr ziehen.

Stopover in Madrid

Auf dem Rückflug hatten wir einen fünfstündigen Aufenthalt in Madrid. Statt die ganze Zeit am Flughafen rumzuhängen, stiegen wir in den Expressbus und fuhren ins Stadtzentrum. Das dauerte ca. 40 Minuten. Vor Ort hatten wir dann nur knapp zwei Stunden Zeit, aber es reichte, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten, die wir beide noch nicht kannten. Ich kann nur sagen: Wow, wunderschön! Es erinnerte mich sehr an Paris. Ähnliche Prachtstraßen, Triumpfbögen, stattliche Häuser mit gusseisernen Balkonen, schön angelegte Parks. Da möchte ich auf jeden Fall nochmal für länger hin.

So, ich hoffe, euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen und vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, selbst einmal auf die Kanaren zu fliegen oder wart vielleicht schon dort und könnt mir eure Erfahrungen erzählen?! Würde mich freuen!

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