Folge:
Berlin, Berlin, Mamaleben

Valentinstag…

Valentinstag

Eigentlich sind mein Mann und ich keine großen Valentinstag-Fans. Wir haben ihn noch nie besonders gefeiert. Wenn er dran denkt, bringt er mir Blumen mit, worüber ich mich natürlich immer freue. Aber wenn nicht, ist es auch kein Drama. Dieses ganze Herzchen-Schokolade-Blumen-Gedöns um diesen einen Tag im Februar ist uns beiden eher etwas suspekt, ehrlich gesagt. Aber (Achtung, kitschiger Satz!) wie das Schicksal so wollte, haben wir den Valentinstag dieses Jahr doch irgendwie sehr schön verbracht. Aus Versehen sozusagen. Und das kam so: Eigentlich wollten wir schon letzten Samstag den Gutschein für das Vabali Spa einlösen, den ich zu meinem Geburtstag bekommen hatte, inklusive Massage. Oma und Opa als Babysitter waren gebucht und wir freuten uns riesig auf ein paar Stunden Wellness und Zeit nur für uns. Doch dann bekam die kleine Madame in der Nacht zuvor plötzlich hohes Fieber. Und so fand ich mich am nächsten Vormittag, statt schwitzend in der Sauna, in einem völlig überfüllten, virenverseuchten Wartezimmer einer Kindernotarztpraxis wieder. Um mich herum bellend hustende, niesende oder eine Spuckschale auf dem Schoß balancierende Kleinkinder. Hurra! Die gute Nachricht war immerhin, dass unsere Tochter weder Bronchitis noch Ohrenentzündung hatte und es ihr am nächsten Tag schon wieder besser ging. „Dann also nächstes Wochenende!“, beschlossen wir, hatten aber nicht an den 14. Februar gedacht und dass sich an diesem Tag halb Berlin auf einmal eine schöne Zeit im Wellnesstempel machen wollte. Massagetermin? Keine Chance. Also haben wir umdisponiert. Statt Sauna Frühstück zu zweit. Und zwar hier, in unserem alten Kreuzberger Kiez. Einfach mal in Ruhe frühstücken, ohne „Kann ich bitte eine Affelschoooorle haaaben??“, „Mama, ich muss Pipi!“ oder, noch besser, „Ich hab Pipi gemacht!“ von rechts. Ohne „Ich greife nach allem, was ich mit meinen kleinen Fingern erreichen kann und schmeiße es auf den Boden“-Action von links. Das war mindestens genauso entspannend wie eine einstündige Ayurveda-Behandlung. Diesmal waren wir es, die mitleidig zu den anderen Eltern am Tisch gegenüber blickten und beobachteten, wie diese krampfhaft versuchten, ihren Einjährigen bei Laune zu haben und gleichzeitig ihre Brötchen in Rekordtempo hinunterschlangen. Wir bestellten uns daraufhin erstmal noch einen zweiten Latte macchiato.

Zum Abschluss noch einen Bummel durch die Bergmannstraße, bei Ararat schöne Karten gekauft, auf einen Sprung zu Frau Fröhlich rein und, das musste dann doch sein, was Schönes für die beiden Hasen zu Hause ausgesucht. So einen Valentinstag können wir gerne wieder feiern.

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