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Lieblingsdinge

Vom Zucker-Verzicht und einer anderen Sucht

100 Tage Zuckerfrei Cover_1

Mein Zucker-Fasten-Projekt läuft erstaunlich gut. Es fällt mir leichter als gedacht, auf Süßes zu verzichten. Nur zweimal bin ich bisher schwach geworden. Einmal beim gemeinsamen Eis-Essen mit meinen Kindern und einmal bei Pfannkuchen mit Apfelmus, da konnte ich nicht widerstehen. Aber Schokolade und Kuchen habe ich zum Beispiel seit einigen Wochen nicht angerührt. Fühle ich mich besser dadurch? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist bisher noch nicht der absolute Wow-Knaller-Effekt eingetreten, dass ich mich nun extrem energiegeladen fühlen würde oder so. Ich bilde mir aber ein, dass das Nachmittags-Tief, in das ich sonst oft falle, nicht mehr so ausgeprägt ist. Aber das kann wie gesagt auch Einbildung sein. Dafür hat mich jetzt eine andere Sucht gepackt… Überraschend finde ich, dass ich bisher, bis auf die erwähnten zwei Ausrutscher, keinen krassen Zieps auf Süßes habe, so dass es eine echte Quälerei wäre. Vielleicht liegt es daran, dass ich weiter Obst esse. Das soll man ja, wenn man seinen Körper richtig „entzuckern“ möchte, die ersten zwei Wochen nicht tun. Wegen der enthaltenen Fruktose. Sagt zumindest Sarah Wilson in „Goodbye Zucker“. Aber davon halte ich ehrlich gesagt nichts. Erstens esse ich viel zu gerne Obst, zweitens denke ich, dass die gesunden Inhaltsstoffe von Obst die vielleicht nicht so gesunden überwiegen. Oder was meint ihr?

Neben „Goodbye Zucker“ habe ich mir noch das Buch „100 Tage zuckerfrei“ gekauft, es bisher aber noch nicht gelesen. Liegt wahrscheinlich daran, dass es anders als „Goodbye Zucker“ reiner Text ist, ohne Fotos oder schön bebilderte Rezeptideen. Bis Ostern will ich noch durchhalten und auch danach meinen Zuckerkonsum bewusster steuern. Sehr neugierig bin ich auf die Doku „Voll verzuckert – That sugar film“, die letztes Jahr bei der Berlinale lief und den es seit kurzem bei iTunes zu kaufen gibt. Hier könnt ihr den Trailer sehen. Sieht interessant aus, oder?

Eine andere Sucht

Während ich der einen Sucht gerade abschwöre, hat mich eine andere voll im Griff: Die Doku-Serie „Making a murderer“. Der Inhalt ist so unglaublich haarsträubend, dass mein Mann und ich uns immer wieder ansehen und ungläubig den Kopf schütteln. Das kann doch nicht sein! Wie bitte ist es im 21. Jahrhundert möglich, dass ein 16-jähriger, ganz offensichtlich total eingeschüchterter Teenager von Ermittlern zu einem „Geständnis“ gebracht wird, ohne Beistand seiner Eltern oder eines Anwalts und aufgrund dieses Geständnisses vor Gericht landet, wo ihm eine lebenslange Haftstrafe droht? Wieso sollte ein Mann, der 18 Jahre unschuldig im Gefängnis saß, nur ein Jahr nach seiner Freilassung einen Mord begehen und dann auch noch so offensichtliche Spuren hinterlassen, die ihn eindeutig überführen? Ist es nicht eher so, wie er behauptet, dass die Polizeibehörde, die ihn damals zu Unrecht beschuldigt hat und die er deshalb verklagen wollte, hinter all dem steckt? In jeder Folge tauchen neue unglaubliche Details auf, man verfolgt gebannt die Arbeit der beiden Anwälte und der Familie des Beschuldigten Steven Avery und es ist schwer zu glauben, dass sich diese Geschichte kein kreativer Drehbuchschreiber ausgedacht hat, sondern dass es eine Dokumentation eines echten Falles ist. Sie besteht größtenteils aus Interviews mit den Beteiligten, mit Ausschnitten aus Verhör-Videos, Fernsehberichten, Mitschnitten aus der Gerichtsverhandlung und Telefonaten. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich kann euch diese Serie nur wärmstens empfehlen. Aber Vorsicht: Sie macht süchtiger als jede Tafel Schokolade!

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